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Joel Engel


Joel Engel:
Freilechs for violin and piano
Der Musikkritiker, Komponist und Folklorist Joel (Julij) Engel (1868-1927) studierte am Moskauer Konservatorium Komposition und Musiktheorie und machte sich danach einen Namen hauptsächlich als Musikschriftsteller. Er leitete über zwanzig Jahre lang die Musikredaktion der Tageszeitung „Moskovskie vedomosti“ [Moskauer Nachrichten] und publizierte die russische Ausgabe des Riemann-Lexikons. Im Auftrag des jüdischen Folklore-Forschers Pessach (Petr) Marek arrangierte er für eine Veranstaltung in Moskau Ende 1900 jüdische Volkslieder für Gesang mit Klavierbegleitung.

Die Entstehung der Gesellschaft für jüdische Volksmusik 1908 gab seiner Tätigkeit auf diesem Gebiet neue Impulse. Er schrieb in den folgenden Jahren weitere Bearbeitungen jüdischer Folklore und initiierte in Moskau und anderen Städten deren Aufführungen, außerdem nahm er an der folkloristischen Expedition von S. An-ski (Shlomo Rappoport, 1863-1920) teil. Er wurde dann zum Protagonisten der 1913 gegründeten Moskauer Filiale der Gesellschaft für jüdische Volksmusik. Durch seine Bühnenmusik zum Schauspiel "Hadibuk" nach einem Theaterstück von S. An-ski am hebräischen Theater "Habima" in Moskau wurde sein Name weltweit bekannt.

Nach seiner Übersiedlung nach Deutschland 1922 beteiligte er sich an der Gründung des Musikverlags „Juwal“, dessen künstlerische Leitung er dann übernahm. 1924 ging Engel nach Palästina, wo er an der Musikschule „Shulamith“ in Tel Aviv unterrichtete und Schauspielmusik für das Theater „Ohel“ komponierte.

Engel und S. An-ski
Joel Engel und S. An-ski



© 29.07.2016 by Jascha Nemtsov. e-mail: feedback@musica-judaica.com