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Grigori Krein


Grigori Krein: Prélude
for clarinet, string quartet and piano (1925)
Julian Krejn Paris 1928
Julian Krein
Paris 1928


Grigori Krein, der Bruder von Alexander Krein, hatte zunächst am Moskauer Konservatorium Violine und Komposition studiert, ehe er Schüler von Max Reger in Leipzig wurde. 1909 trat er zum ersten Mal als Komponist in einem Konzert des Moskauer Vereins „Abende zeitgenössischer Musik“ in Erscheinung.

Nach der Gründung der Moskauer Abteilung der Gesellschaft für jüdische Volksmusik 1913 gehörten die Brüder Alexander und Grigori Krein bald zu ihren wichtigsten Aktivisten. 1918 wurden in einem Konzert der Gesellschaft zwei Stücke aus Grigori Kreins Zyklus "Vier Lieder ohne Worte" uraufgeführt – sein erster Versuch, Elemente traditioneller jüdischer Musik in seinen Stil zu integrieren. Im Gegensatz zu Joel Engel, der vorrangig jiddische Volkslieder bearbeitete, waren die Brüder Krein auf der Suche nach einer modernen jüdischen Musiksprache, die vor allem Elemente synagogaler Musik benutzte, ohne jedoch authentische Melodien zu zitieren.

In den 1920er Jahren komponierte Grigori Krein mehrere Werke im jüdischen Stil, von denen die 2. Klaviersonate und das symphonische Poem "Saul und David" besonders bedeutend sind. Öffentliche Anerkennung blieb ihm sowohl in seiner Heimat, als auch im Ausland versagt. Von 1926 bis 1934 lebte er zusammen mit seinem hochbegabten Sohn Julian in Wien, Paris und Berlin. Nach seiner Rückkehr in die Sowjetunion war sein Leben nach wie vor von Missachtung und bitterster Armut geprägt.


© 29.07.2016 by Jascha Nemtsov. e-mail: feedback@musica-judaica.com