english version Coplas sefardies Musik von Alberto Hemsi mit
Tehila Nini Goldstein & Jascha Nemtsov
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Alberto Hemsi


Alberto Hemsi: Coplas sefardies, Vol. 3 op. 13,
Tehila Nini Goldstein (Gesang) & Jascha Nemtsov (Klavier)
Druckausgabe von Hemsis Druckausgabe von Alberto Hemsis "La Musique de la Torah"


Alberto Hemsi (1898–1975) wurde in einer jüdischen Familie in Cassaba (heute: Turgutlu) in der Nähe von Smyrna (Izmir) im damaligen Osmanischen Reich geboren. Nach seinen Studien an der Société Musicale Israélite in Izmir und am Konservatorium in Mailand lebte er in Ägypten. Hemsi beschäftigte sich mit traditioneller Musik verschiedener Völker des östlichen Mittelmeerraumes, in seinen Werken benutzte er Elemente arabischer, türkischer, armenischer und jüdischer Musik. Alberto Hemsi war anscheinend der erste Musiker, der sich ethnologisch und künstlerisch mit der Musik sephardischer Juden auseinandersetzte. Sein Lebenswerk ist die Sammlung aus 10 Heften Coplas sefardies (1932–1973) mit 60 Kompositionen für Gesang und Klavier auf der Grundlage sephardischer Lieder, die Hemsi auf seinen ethnographischen Expeditionen in der Türkei (in Anatolien, Smyrna und Istanbul), auf der Insel Rhodos und in Saloniki gesammelt hatte. In dieser Sammlung er verarbeitete das traditionelle Material auf eine zum Teil avancierte und musikalisch jedenfalls höchst originelle Weise. Darüber hinaus hinterließ er viele vokale und kammermusikalische Kompositionen sowie zahlreiche Arbeiten auf dem Gebiet der synagogalen Musik (Bearbeitungen und eigene Werke).

Er war außerdem fast 30 Jahre lang Musikdirektor der größten Synagoge des Mittleren Ostens – der Eliyahu-Hanavi-Synagoge in Alexandria – und publizierte eine theoretische Abhandlung über „La Musique de la Torah“ (Alexandria 1929), die in seinem eigenen Verlag EDITION ORIENTALE de MUSIQUE gedruckt wurde.

1957 musste Hemsi Ägypten verlassen, er lebte dann in einem Vorort von Paris. Hemsi wurde als Professor an das Séminaire Israélite de France berufen und unterrichtete dort angehende jüdische Kantoren. Er starb 1975, bald nach der Vollendung seines Zyklus Coplas sefardies.

Die israelische Sängerin Tehila Nini Goldstein und Jascha Nemtsov bereiten die Weltersteinspielung des gesamten Zyklus von Coplas sefardies auf CDs in Kooperation mit dem rbb Kultur, Hänssler Classic und den ACHAVA Festspielen Thüringen vor. Die erste Aufnahme findet im Oktober 2017 statt.

Alberto Hemsi (vorne sitzend) mit dem Chor der Synagoge
Alberto Hemsi (vorne sitzend) mit dem Chor der Synagoge "Eliyahu Hanavi"



© 24.09.2017 by Jascha Nemtsov. e-mail: feedback@musica-judaica.com