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Juliusz Wolfsohn



Juliusz Wolfsohn (1880-1944) stammte aus einer bekannten zionistischen Familie. Sein Onkel, David Wolfsohn, war der engste Mitstreiter und Freund Theodor Herzls und dessen Nachfolger als Vorsitzender der Zionistischen Organisation. Juliusz Wolfsohn hatte zunächst am Konservatorium seiner Heimatstadt Warschau und am Moskauer Konservatorium studiert, bevor er sich als Pianist bei Raoul Pugno in Paris und bei Theodor Leschetizky in Wien vervollkommnete.

Schon kurz nach der Jahrhundertwende begann Wolfsohn, völlig unabhängig von den Petersburger Aktivitäten, sich mit jiddischer Folklore auseinander zu setzen. Bis 1920 komponierte er 12 "Paraphrasen über altjüdische Volksweisen“, die in 3 Bänden von der Universal Edition herausgegeben wurden, sowie eine ebenfalls auf Volksthemen basierende „Jüdische Rhapsodie“. Er war neben Joachim Stutschewsky, Abram Dzimitrowsky und Israel Brandmann einer der bedeutendsten Mitarbeiter des Wiener Vereins zur Förderung jüdischer Musik und setzte sich auch als Publizist für jüdische Musik ein. Sein bekanntestes Werk wurde die „Hebräische Suite“ für Klavier und Orchester, die er in den 1930er Jahren europaweit aufführte. 1939 floh Wolfsohn in die USA, er starb in New York.


© 29.07.2016 by Jascha Nemtsov. e-mail: feedback@musica-judaica.com